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Todt für Reformierung der Invaliditätspension durch mehr Prävention und Einführung der "Gesundheitsstraße"


22. Juli 2010

Bundesrat Reinhard Todt begrüßte die aktuellen Vorschläge zur Pensionsreform von Sozialminister Rudolf Hundstorfer in der am Donnerstag stattgefundenen Bundesratssitzung.

Als ersten wichtigen Punkt forderte er die schnellstmögliche Einführung der bundesweiten "Gesundheitsstraße". Das würde bedeuten, dass in Zukunft das AMS die Pensionsversicherung beauftragen kann, Untersuchungen zur Arbeitsfähigkeit bzw. zur Arbeitsunfähigkeit vorzunehmen  und das Ergebnis dieser Untersuchung dann auch bindend für das AMS ist. Damit wäre der Doppelaufwand von AMS und Pensionsversicherung mit dem verbundenen Zeit- und Kostenaufwand ein für alle mal vom Tisch.

"Die Gesundheitsstraße ist ein wichtiger ökonomischer und sozialer Schritt in die richtige Richtung. Man schlägt dabei zwei Fliegen mit einer Klappe- auf der einen Seite würde diese Verwaltungsvereinfachung eine Einsparung von 4 Millionen Euro bei der Pensionsversicherung bewirken und auf der anderen Seite wird dem ewigen entwürdigenden Hin- und Herschicken für die Betroffenen ein Ende bereitet", so Todt in seiner heutigen Plenumsrede.

Für Todt ist die Förderung der Prävention in der Arbeitwelt ein wichtiger Schlüssel zur Verringerung der Invaliditätspensionisten und auch für alle anderen Pensionisten, die direkt aus der Arbeitslosigkeit in Pension gehen müssen. Viele ältere Menschen finden heutzutage keinen Job mehr. "Das Modell 'Fit to work' des Sozialministeriums sehe ich als einen sehr guten Ansatz, damit die Menschen länger gesund im Erwerbsleben bleiben können. Bei diesem Modell sollen Betriebe durchleuchtet werden, die Menschen frühzeitig in Pension schicken und die Ursachen der Krankheit der Betroffenen aufgespürt werden", erklärte Todt.

"Die Arbeitswelt muss gesünder werden, rund 30 Prozent der Invaliditätspensionen werden heutzutage psychischen Krankheiten zugeordnet. Das Bewusstsein für Prävention in der Arbeitswelt muss durch ein gezieltes Maßnahmenpaket, wie z.B. den Einsatz von Arbeitspsychologen, als dritte verpflichtenden Präventivkraft in Betrieben oder durch mehr Verbindlichkeit bei der Evaluierung der psychischen Belastungen nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz erzielt werden," führte Todt aus.

Notwendig seien auch spezielle Anreizmodelle für Firmen und Arbeitnehmer, um älteren Menschen die Chance zu geben länger im Erwerbsleben bleiben zu können. "Ich kann hierbei die Forderung des Sozialministers nur unterstreichen, dass wir mit der Wirtschaft gemeinsam versuchen müssen sinnvolle Modelle zu kreeiren, damit ältere Arbeitnehmer für Betriebe attraktiver werden. Österreich soll kein Land von Frühpensionisten werden", schloss Todt.

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